Die Spieler beider Mannschaften teilten sich in zwei Gruppen auf. Es gab die Schnellen und diejenigen, welche die ganze Spielzeit nutzen wollten. Bei uns nahm sich Peter Pinnel eine Auszeit, so dass Lothar zu seinem zweiten Einsatz dieser Saison in der NRW-Klasse kam. Herford trat ohne Brett 4 an und war leicht favorisiert. Widmen wir uns zuerst der Chronologie folgend den Schnellen.
Nach ca. zwei Stunden und 20 Zügen teilten sich Helge und Jürgen Peist in einer ohne viel Risiko gespielten Partie die Punkte. Achim und Michael Loemker sowie Uwe und Bernd Hanisch folgten diesem Beispiel kurz danach. Michael gehörte auch zu den Schnellen. Allerdings fuhr er den vollen Punkt mit dem Vier-Bauern-Angriff gegen den Königsinder von Helmut Quelle ein.
2,5 zu 1,5 ein vielversprechendes Zwischenergebnis. Wir hatten nun viel Zeit uns mit den Herforder zu unterhalten. Ein 4:4 als Endergebnis wurde vermutet. Aber es waren auch knappe Siege beider Seiten denkbar.
In der zweiten Gruppe spielte Maik gegen Thomas Nordsieck. Maik war in der Eröffnung in eine kritische Stellung geraten und kämpfte darum keinen Bauern zu verlieren. Holger hatte im Igel gegen Matthias Krallmann eine Handgemenge-Stellung (Jürgen Peist) zu spielen. Und Bertram hatte eine ruhige Stellung mit allen Möglichkeiten gegen Zeitnot-Kandidat Andre Wolf. Lothar hatte es gegen Heinz-Burkhard Heuermann schon bald sehr schwer. Ein von Lothar investierter Bauer zahlte keine Rendite zurück. Der Mehrbauer des Gegners rückte dafür aber bedrohlich am Damenflügel voran.
Während die erste Gruppe ausgiebig plaudert, näherten sich zwei Partien dem Ende. Lothars Verteidigung konnte dem Druck der Freibauern nicht standhalten und er musste die Waffen strecken. Holger hatte sich einen Mehrbauer erarbeitet, der zudem ein gedeckter Freibauer auf c5 war. Mit den Damen und mit je einer Leichtfigur auf dem Brett drohte jedoch immer mal ein Dauerschach. Trotzdem sah die Partie gewonnen aus. Es drohten viele Übergänge in gewonnene Endspiele oder die gewinnbringende Umwandlung des c-Bauern. Bertram hatte mit zwei Leichtfiguren gegen Turm und 3 Bauern, wobei jeder noch einen Turm zwei Bauern hatte, einen schweren Stand und auch Maik war nicht zu beneiden. Er hatte einen Bauern weniger und es waren alle Schwerfiguren auf dem Brett geblieben. Einen Bauern konnte Maik dann zurückgewinnen. In dem jetzt entstandenen Turmendspiel hatte der Gegner jedoch den freien a-Bauern bis a6 getrieben und den Turm bestens hinter dem Bauern auf a1 platziert. Maiks Turm auf a7 war zur Passivität verurteilt.
Jetzt folgte das grandiose Finale von Holger. Nach einigen genauen Zügen lud eine Schwächung der gegnerischen Königsstellung zum Mattangriff ein. Holger hetzte den gegnerischen König mit Dame und Springer von h8 bis b8. Nach dem Damenschach auf b6 waren weder Ka8 mit Sc7 Matt noch Kc8 mit Dc7 Matt eine Alternative für Thomas Nordsieck und er gab auf.
Noch war alles offen. Maik schaffte es den Turm auf a7 mit Schach zu befreien und die Blockade mit Ka7 fortzusetzen. Mit vier zu drei Bauern am Königsflügel war ein Remis fast in greifbarer Nähe. Die finale Zeitkontrolle drohte. Bertram hatte das Material auf Läufer, Springer und Bauern gern Turm und Bauer reduziert. Also Remis. Maik griff schließlich in schwieriger Stellung und großer Zeitnot fehl. Der folgende Turmtausch brachte die Niederlage. Die Herforder und die Hagener, beide ohne Abstiegsnot, liefen nach einem sonnigen Sonntags-Schachausflug stressfrei auf Platz vier und Platz fünf in der Tabelle ein. Das 4:4 wurde nach der Rückfahrt nach Hagen wie immer im „Lokal“ gegenüber der Pelmke mit viel Spaß „analysiert“.